Equalize: Geschlechtsspezifische Unterschiede in der politischen Einstellung und beim Wahlverhalten der Generation Z
Ein neuer politischer Geschlechterkonflikt wird häufig als Kennzeichen der Generation Z in Europa beschrieben: junge Frauen wandern nach links, junge Männer nach rechts. Aber ist das wirklich der Fall?
Ausgehend von Daten des European Social Survey für die EU und darüber hinaus sowie aus Fokus‑Gruppen‑Interviews mit jungen Menschen in Deutschland, Griechenland, Polen, Spanien und Schweden liefert diese Policy‑Studie eine differenziertere Antwort. Sie zeigt, dass geschlechtsspezifische Unterschiede unter jungen Europäern real, aber ungleich über Länder und Themen verteilt sind. Die deutlichsten Unterschiede zeigen sich in der ideologischen Selbstverortung und den Einstellungen zur Geschlechtergleichstellung, während Unterschiede im Wahlverhalten weniger stark ausgeprägt sind, als die öffentliche Debatte vermuten lässt. Statt eines einfachen kulturellen Aufeinanderprallens zwischen jungen Frauen und Männern offenbart die Studie eine von gemeinsamer Unsicherheit geprägte Generation: steigende Lebenshaltungskosten, Wohnungsdruck, unsichere Arbeitsmärkte, Klimaanxiety und ein schwindendes Vertrauen in politische Institutionen. Der entstehende Unterschied wird daher besser als Spiegelbild von Prekarität, Unsicherheit und umstrittenen Interpretationen von Gleichstellung verstanden – wobei das Prinzip selbst weitgehend geteilt wird, jedoch von jungen Frauen und Männern unterschiedlich stark gewichtet wird. Durch die Verknüpfung von Gleichstellung mit wirtschaftlicher Sicherheit, sozialer Absicherung, psychischem Wohlbefinden, inklusiven Normen und wirksamen staatlichen Handeln formuliert die Studie zukunftsweisende Empfehlungen zum Wiederaufbau von Vertrauen, Chancen und demokratischer Resilienz über Generationen hinweg.
